Mathias Voelchert Vita & Arbeitshaltung

Ich bin im Jahr 1953 in Hornbach bei Birkenau/Heidelberg geboren. Aufgewachsen bin ich in Ravensburg am Bodensee. Nach meinem Schulabschluss und meiner Lehre als Textilkaufmann war ich bei der Bundeswehr und habe danach mein Betriebswirtschaftsstudium abgeschlossen.

Von 1978 an war ich 5 Jahre Verkaufsleiter in einem Modeunternehmen und habe mich 1983 selbstständig gemacht. Bis zum Jahr 2000 war ich 17 Jahre als Gründer & Leiter meiner Textilfirma »Kollektionsgestaltung & Vertrieb« tätig, die ich zusammen mit meiner ersten Frau geleitet habe. Wir haben gemeinsam Herrenfreizeitkollektionen entworfen, Musterkollektionen erstellt und diese großen, europäischen Modekonzernen angeboten und danach die Bestellmengen produziert und ausgeliefert.

Zusammen mit meiner ersten Frau haben wir zwei Kinder, die 1987 und 1989 geboren wurden. Wir haben uns 1996 nach 20 gemeinsamen Jahren freundlich geschieden, daraus entstand das Buch »Trennung in Liebe«. In den 90 iger Jahren habe ich verschiedene systemische Ausbildungen, Weiterbildungen, und viel Selbsterfahrung in diversen Seminaren, wie z.B. dem Hoffmann-Prozess absolviert. Im Jahr 2000 habe ich meine Ausbildung als praktischer Supervisor abgeschlossen. Heute lebe und arbeite ich seit über 20 Jahren mit meiner zweiten Frau zusammen am Bayerischen Wald. Die Familien, in denen ich aufgewachsen bin und gelebt habe, sind für mich eine wichtige Grundlage meiner praxisbezogenen Arbeit mit Paaren und Familien.

Seit dem Jahr 2000 biete ich Beratung, Supervision, für Paare und Familien, sowie Menschen in Organisationen und Unternehmen an. Dabei ist mir wichtig den Menschen als individuelle Persönlichkeit ins Zentrum zu rücken. Und die Sachzwänge und Systemanforderungen - die oft zum Preis die Menschlichkeit haben - zu benennen und Alternativen aufzuzeigen.

2006 erschien mein erstes Buch »Trennung in Liebe« bei Random House/Kösel. Zur gleichen Zeit erschien in diesem Verlag ein Buch von Jesper Juul »Was Familien trägt«, das Buch faszinierte mich, weil der Autor dort dasselbe über Familien schrieb, wie ich in meinem Buch über Paare. Nach unserem ersten Treffen vereinbarten wir unsere Zusammenarbeit in Deutschland, und ich gründete familylab in Deutschland, diese Organisation leite ich bis heute. Mittlerweile haben wir über tausend familylab-Trainerinnen und Seminarteilnehmerinnen weitergebildet. Wir verzeichnen einen stetigen Zuwachs des Interesses der Fachleute und Eltern an unserer Arbeit, auch nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Jesper Juul im Jahr 2012.

Heute ist es mir ein Anliegen in meiner Arbeit als Berater, und in der Weiterbildung, einen gangbaren, individuellen Weg aufzuzeigen, um mit den Belastungen der Vergangenheit umgehen zu lernen, ohne Schuldzuweisung und Selbstzerfleischung. Sowie Mut zu machen und konkrete Ideen zu entwickeln, wie es gut weiter gehen kann, in dieser speziellen Situation dieses Menschen, der zu mir kommt.

Wer sollte die Anpassungsleistung bringen, die Eltern oder das Kind?

Viele Eltern sehen sich in einer schier ausweglosen Situation, wenn ihre noch kleinen Kinder sie vor scheinbar riesige Herausforderungen stellen. Der Versuch durch ‚Erziehung‘ das Kind zu ändern, scheitert regelmäßig, weil das Kind nur der Auslöser für unsere Gefühle ist, und nicht der eigentliche Grund für unsere Aufregung. Es werden in uns, als Mütter und Väter, Gefühle ausgelöst, die wir damals als Kinder hatten. Diese Gefühle haben uns damals handlungsunfähig gemacht, oder zur Flucht oder zum Kampf gezwungen. Heute lösen die Aggressionen, die unser Kind uns zeigt, in uns unsere damaligen, unbewussten Gefühle aus, die wir damals erlebten. Was zu Handlungsunfähigkeit, Flucht im Sinne von sich dem entziehen wollen, oder Kampf im Sinne von Aggression, gegenüber meinem Kind, führen kann.

Deshalb sollten wir als Eltern die Anpassungsleistung an das Kind bringen. Wir Eltern müssen uns an das Kind anpassen und nicht das Kind an uns. Umgekehrte Versuche scheitern, oder sind nur möglich wenn schlimme Strafen stattfinden, dann 'folgt' das Kind aus Angst vor der Strafe und Angst vor Ausschluss, nicht aus Überzeugung. Diese Art der elterlichen Anpassung an die Individualität des Kindes und sein Tempo der Entwicklung, ermöglicht es dem Kind zu kooperieren und zu übernehmen was ihm vorgelebt wurde. 

Es ist mir wichtig, auf diese damalige Phase, die wir als Eltern erlebten, einzugehen, um heute Einsicht und Verstehen meines Beteiligt seins an dieser jetzigen Situation, als Vater und Mutter, zu schaffen. Wir reagieren als Eltern auf das, was mein Kind in mir auslöst. Ähnlich ist es mit manchen Dynamiken in Paarbeziehungen, wie z.B. der Angst vor dem Verlassen werden.

Meine Sicht auf Beziehungen in meinen Beratungen ist die, den Menschen heiler zu sehen, als er oder sie es selbst in diesem Moment vermag.

Schwerpunkt meiner Arbeit sind die Weiterbildung von Fachleuten, Beratung und Coaching für Erwachsene, Paare, Eltern, Familien, sowie von UnternehmerInnen und Managern. Immer mit dem Ziel der Stärkung der Eigenverantwortung und Selbstständigkeit.